Text: Thomas Angeli
Bild: Gettyimages, Fotomontage: Beobachter
...if you don’t understand English
advertising claims. Den meisten Schweizern
geht es nämlich gleich: Sie verstehen
englische Werbesprüche nicht, wie eine
repräsentative Umfrage ergab.
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Befragung: 74 Prozent der Befragten
verstanden nicht, was der Spruch «Committed
to excellence» der Bank Julius Bär
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Vor langer, langer Zeit, als man Briefe noch
mit der PTT verschickte statt mit
«Postmail», als ein Geländewagen bestenfalls
ein «Jeep» war und sicher kein «Sport
Utility Vehicle», da verstanden die Menschen
in diesem Land die Sprache der Werbung noch.
Da wusste man, «was man hat» (nämlich das
Waschmittel Persil), da verkaufte Jelmoli
zwar auch schon Markenartikel, war aber noch
kein «House of Brands», und bei der
Automarke Hyundai war einfach noch «alles
dabei». Erst der Nobelkurort St. Moritz war
«Top of the World», aber das wusste man
sowieso.
Good old times waren das. Heute lockt die «Railcity»,
die früher unter dem Namen «Hauptbahnhof»
bekannt war, mit «Shop & Go», wer mit einem
Kleinkredit liebäugelt, dem hilft die GE
Money Bank mit «Imagination at work» auf die
Sprünge, und die Zukunft mobiler
Telefonkunden ist angeblich «bright» und
«orange».
Fragt sich bloss, ob das derart mit
englischen Werbesprüchen eingedeckte
Publikum überhaupt versteht, was ihm da
vermittelt werden soll. Der Beobachter hat
durch das Basler Institut Konso die Probe
aufs Exempel machen lassen. 700 Personen aus
der deutschen Schweiz wurden nach der
Bedeutung von englischen Werbesprüchen - in
der Werbersprache Claims genannt - gefragt.
Das Resultat: Werden ihnen Produkte oder
Dienstleistungen im Idiom Shakespeares ans
Herz gelegt, verstehen Herr und Frau
Schweizer sehr oft bloss «railway station».
Sorry: Bahnhof.
Bei neun der zehn ausgewählten Claims gab
die grösste Gruppe der Antwortenden an, den
englischen Text nicht übersetzen zu können.
Lediglich «Always a smile» der Telekomfirma
Sunrise schaffte es, fast der Hälfte der
Befragten die korrekte Antwort - «Immer ein
Lächeln» - und damit der Medienstelle einen
selbstbewussten Kommentar zu entlocken:
«Dieses Resultat deckt sich mit unseren
eigenen Erkenntnissen», sagt Sprecher Konrad
Stokar. Kleiner Wermutstropfen für das
Telekomunternehmen: Immerhin ein Prozent der
Befragten dachten beim Slogan «Always a
smile» zuallererst an Damenbinden.