Wichtige Stationen im Schweizer Detailhandel

ZÜRICH – Der Schweizer Detailhandel ist seit Jahrzehnten in einem tief greifenden Umbruch. Hier die wichtigsten Etappen seit Mitte der 1980-er Jahre.

  • 1985: Der damalige Denner-Besitzer Karl Schweri beginnt einen jahrelangen, erfolglosen Übernahmekampf gegen den Grossverteiler Usego. Dieser war bereits 1971 um die Waro AG erweitert worden.

     
  • 1990: Der Luzerner Unternehmer Beat Curti beendet die Usego-»Belagerung». Er will Usego mit Schweri zur dritten Kraft im Schweizer Detailhandel machen.

     
  • 1991: Coop wird Mehrheitsaktionärin des Konsumvereins Zürich (KVZ) und übernimmt diesen 1995 vollständig. Viele K3000-Läden der KVZ-Gruppe gehen zu SPAR, die seit 1989 im Schweizer Detailhandel mitmischt.

     
  • 1994: Curti bläst das Dritte-Kraft-Projekt ab. Schweri erhält die Waro, Curti die Usego. Dieser werden Pick Pay und Import-Parfümerien einverleibt, die Gruppe heisst ab 1996 Usego Hofer Curti AG (UHC). – Coop übernimmt die Möbelhandelskette TopTip von Möbel Pfister. – Der Warenhauskonzern Jelmoli erwirbt die Mehrheit der Haushaltgeräte-Kette Dipl. Ing. Fust AG.

     
  • 1995/1996: Die Basler Handelsgesellschaft UTC International, der Jelmoli gehört, gerät in Finanznot. Der Globus-Warenhauskonzern übernimmt sieben Jelmoli-Warenhäuser, 27 weitere Jelmoli-Standorte stehen zum Verkauf. Der Jelmoli-Versandhandel kommt in ein Joint Venture mit der deutschen Heinrich Heine GmbH, Lebensmittel- und Weinhandel gehen an Mövenpick und Usego. In einem Übernahmekampf erhält Walter Fust, der Gründer der Dipl. Ing. Fust AG, den Zuschlag für Jelmoli, der zum Warenhaus- und Immobilienkonzern wird.

     
  • 1997: Migros übernimmt Globus samt ABM, Interio, Office World und Herren-Globus.

     
  • 1998: Migros steigt mit dem deutschen OBI-Konzern ins Baufachmarkt-Geschäft ein. – Coop verkauft den Discounter Billi an Denner, der 49 von 60 Läden übernimmt.

     
  • 1999: Curti fusioniert UHC mit der Grosshandelsfirma Bon appetit Holding zur Bon appetit Group.

     
  • 2000: Die Genfer Warenhausgruppe Maus Freres geht eine Partnerschaft mit dem französischen Carrefour-Konzern ein, Jumbo- werden zu Carrefour-Grossmärkten.

     
  • 2001/2002: Viele Läden, die von Denner-Satelliten zu EPA-Discountern geworden waren, wechseln zu SPAR.

     
  • 2002: Coop erwirbt 40 Prozent der Warenhauskette EPA und übernimmt diese Anfang 2004 vollständig. Die EPA-Warenhäuser werden in Coop City umgebaut. – Fust verkauft Jelmoli-Anteile an Georg von Opel. Der Spross der deutschen Automobil-Dynastie hält inzwischen die Jelmoli-Mehrheit.

     
  • 2003: Coop übernimmt von Denner 28 Waro-Standorte samt 1.600 Angestellten. – Curti verkauft die Bon appetit Group dem deutschen Einzelhandelsriesen Rewe.

     
  • 2004: Die Winterthurer Volg-Gruppe übernimmt von Bon appetit rund 610 Primo- und Vis-a-vis-Läden in der Deutschschweiz. Usego ist nach fast 100-jähriger Geschichte praktisch am Ende. – Die deutschen Discounter Aldi und Lidl wollen in den Schweizer Detailhandel einsteigen.

     
  • 2005: Coop kooperiert mit Rewe bei der Versorgung von Gastronomieunternehmen in der Schweiz und in Frankreich. – La Valaisanne Holding übernimmt die Bon-appetit-Verträge mit Primo- und Vis-a-vis-Detaillisten in der Westschweiz und im Oberwallis sowie das Usego-Verteilzentrum in Bussigny (VD). – Denner übernimmt von Rewe 146 Pick-Pay-Filialen. 250 Stellen werden gestrichen. Rewe zieht sich mit Verlust aus der Schweiz zurück. – Aldi eröffnet die ersten Schweizer Filialen.

     
  • 2006: Denner verkauft den Spielwarenhändler Franz Carl Weber an den französischen Ludendo-Konzern. – Jelmoli übernimmt den Discountpionier Eschenmoser.

     
  • 2007: Migros kündigt die Übernahme von 70 Prozent des Denner-Konzerns an. Der Deal wird von der Wettbewerbskommission (Weko) unter zahlreichen Auflagen bewilligt. – Jelmoli verkauft Fust für knapp eine Milliarde Franken an Coop. Auch hier schaut die Weko genauer hin. Jelmoli wandelt sich zur Finanzholding. – Coop kauft für 470 Millionen Franken zwölf Carrefour-Hypermärkte sowie zwei Projekte. Carrefour sagt der Schweiz zum zweiten Mal adieu. (AP)
  • Quelle: Blick Online 5.9.2007
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