Zehn
Irrtümer zum Thema Ernährung
Warum Schoggi keine Bibeli macht
„Wer abends Salat isst, kann nicht schlafen.“ „Fasten
hält gesund.“ Und „Olivenöl ist das gesündeste Speiseöl.“ Alles Märchen!
Ernährungsexperten enthüllen, dass wir beim Essen und Trinken zu oft an
veraltete Theorien und Unwahrheiten glauben.
Ueber 70 Lügen und Legenden
tischen uns die deutschen Autoren Swen-David Müller-Nothmann, Doreen Nothmann
und Profferssor Michael Vogt auf. Viele
davon halten sich seit Jahrzehnten. Das Märchen vom eisenreichen Spinat
etwa. Andere sind relativ neu- so jenes vom Olivenöl, das gesünder als alle
anderen Pflanzenöle sein soll.
Das Autorenteam hat die Ernährungsmärchen
in ein leicht verständliches Deutsch gefasst. Märchen und „Wahrheiten“ wurden
von zehn Ernährungswissenschaften überprüft.
Hier zehn Zusammenfassungen von
Ernährungsmärchen aus dem Buch.
MAERCHEN EINS „Weihnachten
schlägt auf die Figur“
Tatsächlich nehmen wir zwischen
Heiligabend und Neujahr zu. Aber kaum soviel, dass es sichtbar würde: 370
Gramm betrug die durchschnittliche Gewichtszunahme bei 195 untersuchten
Amerikanern. Bis Anfang März hatten sie im Schnitt 70 Gramm wieder verloren.
MARCHEN ZWEI „Schoggi
und Chips verursachen Bibeli“
Es gibt keinen
Wissenschaftlichen Nachweis für diesen Zusammenhang. Wie Schokolade oder
Chips Talgdrüsen verstopfen sollen, ist völlig unklar.
MAERCHEN DREI „Brauner Zucker
ist gesünder als weisser“
Die beiden Zuckerarten
unterscheiden sich chemisch kaum. Die Färbung zeigt nur, dass brauner Zucker
weniger aufwändig raffiniert wurde. Brauner Zucker enthält nicht mehr
Mineralstoffe und Vitamine als weisser. Brauner Zucker kann aber weniger
lange aufbewahrt werden, da er mehr Wasser enthält: ein idealer Närboden für
Bakterien.
MAECHEN VIER „Pilze darf man nicht aufwärmen“
Dieses Märchen stammt aus der
Zeit, als Speisepilze von Schimmelpilzen überwuchert waren. Heute erhältliche
Pilze dagegen werden unter nahezu sterilen Bedingungen gezüchtet. So können sich
kaum mehr Schimmelpilze bilden.
MAERCHEN FUENF „Du sollst mindestens einmal täglich warm essen“
Für diese Behauptung gibt es
keine wissenschaftliche Beweise. Im Gegenteil: Heisses Essen muss im
Magen-Darm-Trakt abkühlen, bevor es verdaut werden kann. Warmes Essen mag –
vor allem bei Kälte – lediglich angenehmer sein als kaltes- Pflicht ist es
nicht.
MAERCHEN SECHS „Olivenöl ist das gesündeste Oel derWelt“
Das Olivenöl hat in den letzten
20 Jahren als Teil der Mittelmeer-Küche einen Siegeszug angetreten. Es wird
als gesündestes Oel verehrt. Die weniger begehrten Oele aus Raps,
Sonnenblumen und Disteln sind mindestens genauso gesund. Rapsöl enthält zum
Beispiel deutlich mehr wervolle Omega-3-Fettsäuren als Olivenöl.
MAERCHEN SIEBEN „Rohkostesser ernähren sich gesund“
Rokost ist zwar nicht ungesund.
Wer aber ausschliesslich Rohkost isst. Läuft Gefahr. Dem Körper zu wenig
Energie zuzuführen. Dazu kommt: Viele rohe Lebensmittel sind schwer
verträglich oder sogar giftig. Zudem stelle manche Gemüse wie Tomaten ihre
Vitamine und Mineralstoffe erst zur Verfügung, nachdem sie gekocht wurde.
MAERCHEN ACHT „Fasten macht schlank und hält gesund“
Dass Fasten schlank macht, ist
stark umstritten. Experten haben zwei Meinungen: Die einen vertreten die
Ansicht, dass Fettreseven des Körpers erst nach einer Woche verbrannt werden.
Andere glauben, das geschehe nach drei Tagen. Das nützt aber nichts, da der
Körper wieder Fettreserven ansetzt, sobald er dazu kommt. Auch gesund ist das
Fasten nicht: Es ergibt keine „Entschlackung“ wie oft behauptet wird. Im
Gegenteil: Der Körper kann durch Fasten erkranken.
MAERCHEN NEUN „Rohkost an Abend gärt im Magen“
Gährung findet meim Menschen nur
im Dickdarm statt. Sie dauert mehrere Stunden und findet immer statt, wenn
wir Nahrund aufnehmen. Wann wir Rohost zu uns nehmen. Spielt keine Rolle.
Wenn man abends gerne Salat isst, ist das gesundheitlich kein Problem.
MAERCHEN ZEHN „Eier
erhöhen den Cholesterinspiegel“
Eier enthalten tatsächlich
Cholesterin. Und Cholesterin ist an Arterienverkalkung mitschuldig. Doch: Der
Körper produziert selber viel Cholesterin. Der Verzehr von Eiern erhöht
diesen Pegel kaum. Studien haben sogar ergeben, dass bei einigen
Eierkonsumenten der Cholesterinspiegel niedriger als im Durchschnitt ist. Und
der grösste Teil der Bevölkerung zeigt überhaupt keine Reaktion auf die
Aufnahme von Cholesterin mit der
Nahrung.
Quelle Blick 15. Dezember 2004
