Die Geschichte des Internets

1. Vorwort

Warum soll man seine Zeit mit der Erforschung des Internets verbringen? Viele Menschen wären ja schon zufrieden, wenn sie mit dem neuen Medium umgehen könnten. Neue, zumeist englische Begriffe erschweren vielen die Erlernung des Umgangs. Bevor man die Geschichte des Internets beleuchtet, muss man sich also zunächst vergegenwärtigen, was das Internet genau ist.

Die Geschichte des Internets kann helfen, die Begriffe zu verstehen. Wer die Zusammenhänge kennt, hat auch schon Grundkenntnisse über Begriffe, die für das Arbeiten mit dem Internet wichtig sind. Doch die Erforschung des Internets ist auch aus anderer Sicht interessant.

Das Internet ist das jüngste Massenmedium. Das Besondere dabei ist, dass hier das Verhältnis des Benutzers zum Medium nicht rein passiv ist: Neben der Informationsabfrage kann der Nutzer auch selbst Daten ins Netz bringen (zum Beispiel via e-mail). Wie aber konnte sich das Internet zu einem Massenmedium entwickeln? Sicherlich spielten dabei mehrere Gründe eine Rolle, aber der wichtigste dafür ist in der technischen Entwicklung zu sehen. Daher macht ihre Beschreibung einen wesentlichen Teil dieser Arbeit aus. Anschliessend wird die zum Teil recht komplizierte Geschichte des Internets zusammengefasst, bevor die in naher Zukunft zu erwartenden Ereignisse angesprochen werden.

Auch aus soziologischer Sicht ist die Geschichte des Internets interessant: Der Graph, der den Anstieg der Benutzerzahlen verdeutlicht, ist annähernd eine Hyperbel! Schätzungen zufolge könnten bis zu 500 Millionen Rechner im Jahr 2000 ans Internet angeschlossen sein. Aber die Rechnerstandorte sind ungerecht verteilt zu Lasten der armen Länder. Die Benutzerstruktur wird daher in Kapitel 6 dargestellt.

Doch in vieler Hinsicht ersetzen Computer die menschliche Kommunikation. Auf diese und andere Gefahren des Internets geht das Schlusskapitel ein.

Da die Entwicklung des Internets immer noch schnell voranschreitet, ist es problematisch, mit Printquellen zu arbeiten: einerseits sind diese schnell veraltet, andererseits sind, möglicherweise aus eben diesem Grund, auch nur wenige verfügbar. Aktuelle Informationen zur Geschichte des Internets finden sich im Internet selbst. Zwar ist nicht auszuschliessen, dass es einige schwarze Schafe gibt, die falsche Tatsachen veröffentlichen. Doch die Quellen wurden vom Autor eingehend geprüft. Auf diese Weise erhielt ich zum Beispiel elektronische Post von Vinton G. Cerf, einer der Entwickler des Internets: Auf meine Bitte hin, einen angeblich von ihm geschriebenen Text auf einer Internet-Seite zu kontrollieren, erhielt ich seine Antwort, dass dieser Text tatsächlich von ihm stamme.

Weil die meisten Quellen für diese Arbeit im Internet sprudeln, kann bei Quellenangaben oft die genaue Textstelle nicht so genau benannt werden wie bei gedruckten Quellen. Dennoch ist es kein Problem, alle Zitate zu überprüfen, da eine Internetquelle auch Vorteile für die Textstellensuche bietet: Das gesuchte Wort oder gar ein ganzer Satzteil kann dem Browser genannt werden, der daraufhin schnell fündig wird. Beim Netscape-Navigator betätigen Sie dazu bitte die Funktion "Seite durchsuchen" im Menüpunkt "Bearbeiten", ähnlich beim Microsoft Internet Explorer.

2. Was genau ist das Internet?

Eine Definition des Begriffes
 

Das Wort "Internet" setzt sich aus zwei Teilen zusammen, nämlich aus "inter" (lateinisch für "zwischen") und net, der Abkürzung für "networking" (englisch für "vernetzen"). Im Computerbereich bedeutet "Internet" also die Vernetzung zwischen Computernetzen. Das Internet ist demnach ein Computernetz-Netz

Das Internet darf nicht gleichgesetzt werden mit dem World Wide Web (WWW), wie oft angenommen wird. Es ist statt dessen ein Oberbegriff für viele einzelne Funktionen. Eine ist das WWW, das vor allem der passiven Informationsabfrage dient. Ein weiterer beliebter Dienst des Internets ist das Postsystem "e-mail". Der Benutzer schreibt seinen Brief dabei nicht mit Papier und Bleistift, sondern mit der Tastatur. Kein Briefträger übermittelt den Brief, sondern die Leitungen des Internets. Doch es gibt auch andere Postsysteme: Wer zum Beispiel Post (also e-mails) zu einem bestimmten Thema erhalten möchte, kann sich in "mailing-lists" eintragen. Ähnlich funktioniert das "news"-System", auch genannt "usenet". Wichtig sind zudem das "file transfer protocol" (kurz: "ftp"), durch das auch grosse Dateien übermittelt werden können sowie das "telecommunications network" (kurz: "telnet"), das es ermöglicht, Rechner fernzusteuern1.

3. Die Geschichte des Internets
3.1 Die Zeit vor dem ersten Computernetz

Vorläufer des Internets und Schaffung der Voraussetzungen für das Computernetz-Netz
 

Ein Datum für den Beginn der Vorbereitung eines Computernetz-Netzes kann nicht festgelegt werden, denn zwecks einer Datierung kann man an vielen Zeitpunkten ansetzen.

So könnte man zum Beispiel die Strassen- und Kommunikationssysteme der Chinesen, Perser, Assyrer, Römer und Mongolen als antike Vorbilder ansehen. Ein weiterer Vorläufer des Internets ist der Telegraph: Durch ihn konnten die Menschen seit 1836 Nachrichten über weite Strecken schnell übermitteln. Die Übermittlung erfolgte durch nur zwei verschiedene Zeichen: kurze und lange Striche. Der Computer übermittelt Daten ebenfalls im binären System, nur die Zeichen sind andere als die von 1836. Der Computer "versteht" ausschliesslich die Zeichen "0" und "1".

1876 erfand Alexander Graham Bell das Telefon. Bis heute sind Telefonleitungen das wichtigste Datentransportmittel im Internet.

1941 baute der deutsche Ingenieur und Industrielle Konrad Zuse den ersten "vollarbeitsfähigen, programmgesteuerten elektromagnetischen Digitalrechner der Welt" mit dem einfachen Namen "Z3" aber einem Innenleben von 2000 Relais.

Die Wurzeln im engeren Sinne sind in der Zeit des Kalten Krieges zu finden. 1957 schossen die Sowjets den Sputnik-Satelliten ins All. Dieses Ereignis ist aus zwei Aspekten wichtig für die Geschichte des Internets: Der Sputnik war der erste geostationäre Satellit im All. Heute spielt die Datenübertragung per Satellit eine grosse Rolle. Wichtiger noch ist aber, dass die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ihren damals für kurze Zeit vorhandenen technischen Vorsprung demonstriert hatten. Die USA empfanden dieses Ereignis als "Sputnik-Schock", zumal es denkbar war, dass die Sowjets ihre Kenntnisse über Satelliten auch militärisch einsetzen könnten. Deshalb versuchten die USA, die technische Vorherrschaft zurückzugewinnen. Als Antwort auf den Sputnik-Erfolg der Sowjets gründete das

US-Verteidigungsministerium zu diesem Zweck die Advanced Research Projects Agency (ARPA). Der Auftrag der ARPA war es, neuartige Technologien zu entwickeln. Auch "Visionen und verrückte Ideen" sollten nicht von vornherein verlacht, sondern auf ihre Verwirklichung hin geprüft werden.

 

Damals war es zwar schon möglich, Daten auf elektronischem Wege auszutauschen, doch konnte das nur über Lochkarten oder Magnetbänder geschehen. Ein solcher Datentransfer war allerdings nur zwischen Computern des gleichen Typs oder Herstellers möglich. Nur wenige glaubten an die ungeahnten Möglichkeiten des Computers. Einer dieser Visionäre war J. C. R. Licklider. Er glaubte, es sei unter bestimmten Voraussetzungen sogar möglich, mit dem Computer zu kommunizieren wie mit einem Kollegen, einem Menschen also: "To think in interaction with a computer in the same way that you think with a colleague whose competence supplements your own will require much tighter coupling between man and machine than is suggested by the example and than is possible today." In den späten 50er Jahren baute er mit seiner Forschergruppe eines der ersten "Time-Sharing"-Systeme.

3.2 Time-Sharing

"Time-Sharing" bedeutet, dass sich mehrere Nutzer zeitgleich die Leistung eines Rechners teilen. Der Aufbau war sternförmig: Der Zentralrechner als Mittelpunkt, und um ihn herum waren die Terminals aufgebaut, mit denen Nutzer den Zentralrechner zeitgleich betätigen konnten.

 
Lochkarten wurden für die Benutzer des Zentralrechners für den Datenaustausch nun nicht mehr gebraucht, und schnell wurde der Vorteil erkannt, der demzufolge entstünde, wenn man auch geographisch entferntere Rechner miteinander verbünde: Es wäre nicht mehr nötig, mit vielen Lochkarten weit zu reisen, um Daten auszutauschen. Ausserdem spielte der finanzielle Aspekt eine grosse Rolle: Viele Benutzer konnten von einem teuren Rechner profitieren. Die Frage war, wie dieses Verbindungssystem strukturiert sein sollte. Das Time-Sharing-System hatte jedenfalls einige schwerwiegende Nachteile: Es war nicht möglich, eine unbegrenzte Anzahl von Terminals an den Zentralrechner anzuschliessen. Ferner konnten nur Terminals desselben Herstellers oder Typs auf diese Weise miteinander verbunden werden. Wenn in einer Leitung ein Fehler auftrat, liess dieser den Zentralrechner ausfallen, so dass an keinem angeschlossenen Terminal gearbeitet werden konnte. Das war wichtig, weil die US-Air-Force sich darum sorgte, dass nach einem Atombombenabwurf auf die USA durch die Sowjets die Kommandostruktur nicht aufrecht erhalten werden könne. Wenn also eine Leitung beschädigt war, waren alle an den Zentralrechner angeschlossenen Computer ausser Gefecht gesetzt (vgl. Zeichnung).

Paul Baran befasste sich mit diesem Problem. Ein dezentrales Netzwerk sei zwar schon störungsunempfindlicher als das zentrale, doch auch hier sei der hierarchische Aufbau das Problem: Dezentral bedeutet hier nämlich nicht, dass jeder Rechner mit jedem verbunden ist, sondern dass mehrere zentrale Netzwerke miteinander verbunden werden. Die Zerstörung einer einzigen Leitung hätte möglicherweise den Ausfall eines gesamten Teils des Netzes, also mehrerer Rechner, zur Folge. Baran hielt deshalb das "distributed network" am geeignetsten.

3.3 Paul Barans Distributed Network
 

Bei Paul Barans "Distributed Network" fiel der Zentralrechner weg. Jeder sich in diesem Netz befindende Computer hatte selbst alle Funktionen und war daher nicht mehr auf die Leistung eines Zentralrechners angewiesen. Ein weiterer Vorteil war, dass es bei Datentransfers stets viele Wege vom Sender zum Empfänger gab. Um das gesamte Netzwerk lahmzulegen, müsste daher jede einzelne Leitung zerstört werden, und das wäre selbst durch die befürchteten russischen Atombomben nur sehr schwer möglich.

 

3.4 "Packet-Switching"

"Staumeldungen"für Dateien auf Reise

 

Ein weiterer Meilenstein war die Entwicklung des "packet-switching": Die Datei, die versendet werden soll, wird in kleine Pakete zerlegt, die dann einzeln verschickt werden. Für jedes einzelne Datenpaket wird der günstigste Weg zum Empfänger ermittelt. Man kann die Datenübermittlung beim "packet-switching" auch mit einer Autofahrt vergleichen: Das Auto (vergleichbar mit dem Datenpaket) fährt auf einer Autobahn (einer Datenleitung). Das Ziel steht fest. Der Fahrer hört dabei Staumeldungen: Wenn ihm mitgeteilt wird, dass die ursprünglich geplante Strecke verstopft oder gesperrt ist, dann kann er einen Umweg, der aber zeitlich kürzer ist, einschlagen und die Problemstelle umfahren. Die Problemstrecke wird dadurch nicht noch mehr belastet, und der Autofahrer kommt schneller ans Ziel als wenn er in den Stau geraten wäre.

Der Zielrechner kann die einzelnen Pakete nach dem Eintreffen wieder zu der ursprünglichen Datei zusammensetzen. Kein Medium zur Datenübermittlung ist jedoch absolut zuverlässig. Deshalb kann es passieren, dass ein Paket sein Ziel nicht erreicht. In diesem Fall wird nur dieses Paket, nicht aber die gesamte Datei neu versendet. Dadurch wird die Übermittlung wesentlich beschleunigt und die Leitungen nicht so stark belastet.

Als eine der ersten Organisationen griff die Societé Internationale Télécommunications Aeronautique (SITA) das neue System 1965 auf. Das "packet-switching" war, entgegen aller Befürchtungen, so erfolgreich, dass die SITA auf diese Weise bis zum Ende des Jahrzehnts 270 Millionen Nachrichten verschickt hatte.

 

 
3.5 Das ARPANET - das erste grosse Computernetz
 

1966 plante das zur ARPA gehörige Information Processing Techniques Office (kurz: IPTO), alle Computerzentren der ARPA, die über das gesamte Land verteilt waren, miteinander zu verbinden, und zwar nach Paul Barans "Distributed Network". Ziel war dabei, auch verschiedenartige Rechner miteinander zu koppeln. Im Herbst 1969 wurde dieses Vorhaben verwirklicht. Das Netz wurde ARPANET genannt und bestand aus vier Knoten: Die University of California in Los Angeles, das Stanford Research Institute, die University of California in Santa Barbara und die University of Utah waren miteinander vernetzt. Die Rechner waren dabei von verschiedenen Herstellern und verwendeten unterschiedliche Betriebssysteme. Das Problem der verschiedenen Computerarten wurde durch ein Netzwerkprogramm überbrückt. Allerdings musste für jeden Rechnertyp ein individuelles Netzwerkprogramm geschrieben werden. Wesley Clark löste dieses Problem: Der "Interface Message Processor" (IMP), ein Minicomputer, wurde an den Rechner angeschlossen. Ein einheitliches Programm für diese Minicomputer übernahm die Übermittlung von Daten.

Wichtig ist: Hinsichtlich der Geschichte des Internets ist das ARPANET vor allem deshalb so bedeutend, weil es hier erstmals gelungen war, Rechner unterschiedlicher Art miteinander zu verbinden. Ein Computernetz gab es also, aber das ARPANET war zu diesem Zeitpunkt nicht gleichzusetzen mit dem Internet, da eine Vernetzung von verschiedenen Computernetzen noch nicht möglich war. Ein Computernetz-Netz gab es also noch nicht.

Die ersten beiden Anwendungen des ARPANETs waren "telnet" und "ftp" (siehe Definition). Zuerst wurde das ARPANET nur wenig genutzt. Das änderte sich aber durch zwei Ereignisse: 1972 schrieb Ray Tomlinson, der bei der Computerfirma Bolt Beranek and Newman (BBN) arbeitete, die Software zum Versenden und Empfangen elektronischer Post, die über das ARPANET transportiert wurde: die e-mail. Damit konnte man das ARPANET für etwas nutzen, das mit dem ARPANET ursprünglich nicht bezweckt werden sollte: Der Austausch von Botschaften. Auf einmal wurde das ARPANET beliebt, denn das neue Postsystem hatte gegenüber der herkömmlichen Post entscheidende Vorteile: e-mails erreichten ihren Empfänger sehr schnell, auch wenn dieser sehr weit entfernt war. Zugleich aber waren sie wesentlich billiger als Ferngespräche. Und die Bequemlichkeit spielte auch eine Rolle: Bei der elektronischen Post fielen die Formalitäten weitgehend weg. Das ist bis heute so geblieben: Viele Fehler, ganze Texte ohne Grossbuchstaben und Satzzeichen, Umgangssprache, eine sehr primitive Adressierung prägen viele elektronischen Briefe.

Das ARPANET fand nun immer mehr Anhänger. Viele Forscher nutzten die Möglichkeit, anstatt am nächsten Computer mit dem besten zu arbeiten - die Vernetzung ermöglichte dies, zumal die Anzahl der vernetzten Computer ständig wuchs. Das zweite Ereignis, das das ARPANET noch bekannter und beliebter machte, war die International Conference on Computer Communications: 40 Rechner, die durch das ARPANET miteinander verbunden waren, demonstrierten drei Tage lang zuverlässig die neuen Möglichkeiten, die das Computernetz bot. Die Nutzerzahl stieg nach dieser Konferenz sehr stark an. Zur Erweiterung des ARPANETs trug die ARPA selbst massgeblich bei, indem sie ihr Wissen an Universitäten, die National Science Foundation, die NASA, den Wetterdienst und der Air Force weitergab.
 
 

 

3.6 TCP/IP ermöglicht das Internet

 

So entstanden weitere Netze, die wie das ARPANET funktionierten. Eines davon war das ALOHANET, das Norman Abrahamson 1970 entwickelte . Das ALOHANET verband die wichtigsten Forschungseinrichtungen auf Hawaii miteinander : Von Insel zu Insel kommunizierten so Wissenschaftler über die Computer der wichtigsten Forschungseinrichtungen miteinander. 1972 wurde dieses Netzwerk mit dem ARPANET verbunden. Doch die Telefonleitung war schlecht, und deshalb wurden die Daten bald via Radiowellen zwischen ARPANET und ALOHANET übertragen. Ab 1973 wurden auch Satelliten zur Datenübertragung eingesetzt. Es gab also verschiedene Möglichkeiten, Daten zu übermitteln, nicht länger nur Telefonleitungen. Auch gab es Netze, die völlig anders aufgebaut waren als das ARPANET.

Die ARPA versuchte von nun an, selbst die verschiedensten Netzwerke miteinander zu verbinden. Das Problem war, dass Computer über Netze miteinander kommunizieren sollten, ohne dass sie die zugrundeliegende Technologie des Netzes kannten.

"Dafür war es notwendig, sich auf ein einheitliches Datenformat und eine einheitliche Methode der Verbindungsherstellung zu einigen". Vinton Cerf und Bob Kahn suchten daher nach einem neuen, geeigneten Netzwerkprotokoll, und entwickelten 1974 das "Transmission Control Protocol / Internet Protocol" (es wurde zunächst nur TCP genannt, obwohl es beide Komponenten enthielt). In dieser Form existiert es noch heute: TCP/IP.

 

Dieses neue Protokoll wurde 1975 zum ersten Mal angewendet. Auf diese Weise waren die Stanford University, BBN und das University College London miteinander vernetzt . Schon bei der Premiere des neuen Übertragungsprotokolls war das Netz der miteinander verbundenen Computer also interkontinental. Wie oben schon erwähnt, gab es verschiedene Übertragungsmedien für Daten. Diese verschiedenen Medien bildeten eigene Netze: Das SATNET, in dem die Daten via Satellit übertragen wurden. Datenübertragung via Radiowellen (im Packet Radio Network, kurz: PRNET) hatte den Vorteil, dass sie auch von mobilen Stationen hergestellt werden konnte. Daneben gab es weiterhin die Datenübertragung auf dem Landwege, wie im ARPANET. 1977 demonstrierten Bob Kahn und Vinton Cerf auf eindrucksvolle Weise, dass es möglich war, die unterschiedlichen Netze zusammenarbeiten zu lassen, sofern sie das TCP/IP verwendeten: 

Jim Mathis fuhr einen Kleinlastwagen auf dem San Francisco Bayshore Freeway. An Bord war ein paketorientiertes Radiosystem, das an einen Computer angeschlossen war. Von dort sendete er eine Datei über einen Gateway (das heisst "Tür" zu einem anderen Netz) zu BBN nach Virginia. Von dort aus gelangte die Datei über das SATNET nach Norwegen, von dort über eine Landverbindung nach London. Das SATNET transportierte die Nachricht zurück in die USA, wo sie durch das ARPANET zum USC Informations Sciences Institute gelangte. Diese Strecke war 94000 Meilen lang, während die Direktverbindung durch das ARPANET nur 800 Meilen lang gewesen wäre. Vinton Cerf schwärmte: "We didn´t lose a bit!" Diese Demonstration war eine Simulation der Nachrichtenübermittlung von mobilen Stationen im Krieg und sollte das Verteidigungsministerium beeindrucken, da es schliesslich das Projekt bezahlte. Die TCP/IP-Technik war also erfolgreich demonstriert worden, doch erst 1983 wurde sie zum Standard des ARPANETs (a. a. O.).
 
 

 

3.7 Das Internet wird massentauglich

 

1976 entwickelte Mike Lesk am AT&T Bell Laboratories das UUCP: unix-to-unix-copy-protocol. Das Betriebssystem UNIX, damals Standard an Unversitäten, nahm die Technologie in seiner 78er Programmversion auf. 1979 kommunizierten Tom Truscott, Jim Ellis und Steve Bellovin von der Duke University und der University of North Carolina miteinander über das UUCP. Allmählich wuchs so das USENET, ein "schwarzes Brett mit Diskussionsgruppen zu allen möglichen Themen". Andere wichtige Netzwerke, die neben dem ARPANET existierten, waren das "Because It´s Time NETwork", kurz BITNET und das Fidonet. Diese Netzwerke wurden zunächst als "the poor man´s Internet" bezeichnet, also als "das Internet des armen Mannes", weil auch diejenigen Personen über Computernetzwerke kommunizieren konnten, die keinen Zugang zum ARPANET hatten.

Mit den wenigen Ausnahmen wie BITNET und USENET waren die damaligen Netzwerke nur zur Verwendung für eine kleine Anzahl von Nutzern gedacht, da sie nur mit bestimmten Absichten gebaut wurden: Das US-Energieministerium zum Beispiel errichtete gleich zwei verschiedene Netze für zwei verschiedene Forschungsbereiche, die NASA errichtete das SPAN für die Weltraumphysiker. Daneben gab es das Computer Science Network (CSNET), an dem die National Science Foundation (NSF) beteiligt war. Erst 1985 setzte eine Veränderung ein: Das britische Joint Academic NETwork, kurz: JANET, das 1984 gegründet worden war, und das National Science Foundation Network (NSFNET, gegründet 1985) stellten 1985 ihre Absicht klar, dass der Netzwerkzugang allen hochqualifizierten Nutzern gewährt werden sollte, ungeachtet ihres Forschungsbereichs. Das Netzwerk der NSF, das NSFNET, konnte dabei die Struktur des ARPANETs nutzen. Das ARPANET hatte sich inzwischen gespalten: 1983 wurde beschlossen, dass das ARPANET von nun an ausschliesslich zivilen Zwecken dienen sollte, während das davon abgespaltene MILNET den militärischen Datenaustausch übernahm. Das NSFNET wurde immer beliebter, während immer weniger Forscher das ARPANET nutzten. Deshalb wurde das ARPANET 1990 für überflüssig gehalten und aufgelöst. Seine Funktionen übernahm das das NSFNET23a.

Auch in anderen Ländern gab es Netzwerke. In Europa gab es zum Beispiel das deutsche Forschungsnetzwerk WiN, das seit 1990 deutsche Universitäten miteinander verband23a Diese Netze schlossen sich nach und nach dem NSFNET an: die ersten waren Canada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Island, Norwegen und Schweden. Ein Jahr später folgten Deutschland, Japan, die Niederlande und das Vereinigte Königreich (UK).

Doch erst in den 90er Jahren gelang dem Internet der Durchbruch zum Massenmedium, obwohl auch vorher schon die Wachstumsrate enorm war (vgl. Graphik "Entwicklung der Anzahl der Hosts"). 1991 entwickelte Tim Berners-Lee am Genfer CERN-Institut das Hyperlink-System, um Dokumente mit einem Inhalt, der für mehrere Forschungsbereiche interessant sein könnte, allen Interessierten auch zugänglich zu machen: Internet-Seiten konnten von nun an mit Hyperlinks (elektronischen Verweisen auf andere Seiten) versehen werden. Durch einen einzigen Tastendruck konnten Benutzer so von einer Internet-Seite zur nächsten springen, durch das gesamte Netz "surfen". Jede Seite konnte mit jeder beliebigen anderen verknüpft werden, ungeachtet der Entfernung, der geographischen Lage des Rechners, von dem aus die Seite abgerufen werden sollte, oder anderer Voraussetzungen. Das World Wide Web (WWW) war entstanden. Die wahre Revolution des Internets begann 1993: Der Netscape Browser wurde erfunden. Bisher brauchte man für den Umgang mit dem Internet sehr gute Computerkenntnisse, während die Bewegung im Computernetz-Netz durch die Einführung von Browsern einfach geworden ist.

Die Kommerzialisierung, die Ende der 80er Jahre einsetzte, trug ebenfalls zur massenhaften Internetnutzung bei. Niemand, der sich nicht völlig von der Aussenwelt abschottet, wird vermeiden können, Werbung für verschiedene Provider zu beachten. Ein Provider stellt den Kontakt her zwischen dem Nutzer und dem Internet.
 
 

4. Kurzgeschichte

Die Entwicklung des Internets zusammengefasst
 
 

1876 erfand Alexander Graham Bell das Telefon, 1941 wurde der erste Computer erfunden. Licklider glaubte an ein Computernetz, das er durch das Time-Sharing-Prinzip verwirklichte. Angesichts der militärischen Bedrohung durch die UdSSR war dieses Prinzip allerdings sehr störungsanfällig und wurde durch Paul Barans "distributed network" ersetzt. Es war kurz darauf gelungen, ein Computernetz zu verwirklichen. In der Folgezeit wurden Daten auch mit Radiowellen und Satelliten versendet, das Ziel der ARPA war es, ein Netz zu schaffen, dass verschiedene Netzwerke miteinander verband. Dazu benötigte man ein Netzwerkprotokoll, das es ermöglichte, Daten zu übermitteln, ohne dass bekannt war, durch welche Technik dies geschah. Kahn und Cerf entwickelten das TCP/IP. Dieses Übertragungsprotokoll wurde 1983 zum Standard für das ARPANET. Immer mehr Netze entstanden, und 1990 ersetzte das NSFNET das ARPANET. Darauf folgte die schrittweise Öffnung des Netzes: Immer mehr Personen und Länder, aber auch privat betriebene Netze erhielten einen Zugang zum NSFNET. Die Benutzerzahl stieg stark an. Massentauglich wurde das Internet durch die Erfindung der Hyperlinks, durch die das WWW entstand, sowie durch die Einführung von leicht bedienbaren Browsern.
 
 

 

5. Die Zukunft des Internets

Selbst die Waschmaschine bekommt e-mails!

 

Die Leitungen werden ausgebaut und privatisiert. Doch der TCP/IP-Standard muss bald durch ein neues Übertragungsprotokoll ersetzt werden: Als TCP/IP entwickelt wurde, war es für eine Kapazität ausgelegt, die - so glaubte man damals - nie erreicht werden würde. Aber die Benutzerzahlen wachsen unaufhaltsam, und die Kapazitätsgrenze ist bald erreicht. Ausserdem gibt es einen sehr harten Wettbewerb zwischen einzelnen Grossunternehmen. So bekämpfen sich Netscape und Microsoft schon jahrelang im Browserkrieg.

Interessant ist auch, dass das Internet nicht mehr nur im Computerbereich angewendet wird. So war zu Beginn des Jahres von e-mails für die Waschmaschine zu lesen. Es wurde berichtet, dass ein Waschmaschinenhersteller seine Produkte e-mail-tauglich machen wollte. Die Waschmaschinen sollten so später mit den neuesten Waschprogrammen ausgerüstet werden können, ohne dass ein Techniker kommen müsste.

Das Internet kann inzwischen viele Funktionen anderer Medien erfüllen. So kann man beispielsweise über das Internet telefonieren, Radio oder Musik hören und fernsehen. Der deutsche Nachrichtensender n-tv zum Beispiel sendet sein Programm in Bild und Ton über das Computernetz-Netz. Auch viele Zeitungen kann man im Internet lesen.

Werden wir also demnächst zum Frühstück uns die Brötchen per Mausklick bestellen und - wenn sie geliefert sind - die Zeitung auf dem Bildschirm lesen? Zum Glück wird das meiner Meinung nach nicht der Fall werden. Mir ist kein Experte bekannt, der so etwas für realistisch hält. Schliesslich ist es immer noch angenehmer, die Nachrichten aus einer Zeitung, die man anfassen kann und die nicht flimmert, zu lesen. Denkbar ist aber, dass einzelne Medien durch das Internet zusammenwachsen. Grundig hat jüngst zum Beispiel einen Fernseher vorgestellt, mit dem man auch ins Internet gelangen kann. Statt Werbung sehen zu müssen könnte man dann seine e-mails abrufen.
 

6. Die Benutzerstruktur

 

6.1 Von wenigen Forschern zu 158 Millionen Nutzern
 
 

 

Seit Anfang an haben Wissenschaftler das Internet benutzt. Allerdings waren es in den Anfängen nur wenige Wissenschaftler eines bestimmten Forschungsgebietes. Allmählich wurde immer mehr Forschern der Zugang zum Internet gewährt, und - durch die Kommerzialisierung - kann heute schliesslich jeder das neue Medium nutzen. Doch der Forschungsbereich spielt immer noch eine grosse Bedeutung im Internet. Universitäten zum Beispiel richten ihren Lehrenden und Studenten einen kostenlosen Zugang zum Internet ein.

Die Zahl der Benutzer steigt explosionsartig an. Die Zeichnung unten verdeutlicht dies: Vor 1988 war die Zahl der Internetbenutzer sehr gering, obwohl die Wachstumsrate hoch war. 1969 waren nur die Rechner von vier Universitäten miteinander verbunden.

1977 waren erstmals mehr als 100 Rechner durch das Internet verknüpft (genau: 111). Sieben Jahre später waren es 1024. Das Internet wuchs immer schneller: Ende 1987 waren es 28174 direkt ans Internet angeschlossene Rechner (Hosts), 1991 schon über eine halbe Million, und im Oktober 1992 wurde erstmals die Millionengrenze überschritten. 1995 gab es 6,6 Millionen Hosts, ein Jahr später schon 12,8 Millionen. Im Juli 1998 betrug die Anzahl der Hosts 36,7 Millionen.

 
 

Den Graph, der die Entwicklung der direkt an das Internet angeschlossenen Rechner darstellt, könnte man für eine Hyperbel halten, wenn man nicht wüsste, dass die Benutzerzahl nicht endlos steigen kann, da die Weltbevölkerung zwar gross, aber doch begrenzt ist. Insbesondere in den neunziger Jahren ist der Anstieg der Anzahl der Hosts sehr gross. 

Die Anzahl der Benutzer lässt sich nur schätzen, da diese sich vermutlich jede Sekunde ändert. Die Organisation "Nua Internet Surveys", die Statistiken über die Benutzer des Internets erstellt, beziffert die Anzahl für März 1999 mit 158 Millionen. Auch andere Schätzungen tendieren zu dieser Grösse. Es wird angenommen, dass im Jahr 2000 eine halbe Milliarde Menschen über einen Zugang zum Internet verfügen!

Die Gründe für diese Entwicklung liegen auf der Hand: Das Internet ist inzwischen sehr einfach zu bedienen. Es ist bunter und oft aufregender als eine Zeitung. Es gibt immer mehr Informationen, und selbst zu den ungewöhnlichsten Themen finden Suchmaschinen in der Regel noch Internetseiten. Man kann sich ansehen, was im Fernsehen läuft und wann welcher Zug wo abfährt. Man kann vom Computer aus einkaufen, Briefe schreiben und verschicken und inzwischen sogar Fernsehsender empfangen (z. B. den deutschen Nachrichtensender n-tv). Kurz gesagt: Die Möglichkeiten des Internets scheinen unbegrenzt zu sein, und da die Provider nicht müde werden, durch aufwendige Werbekampagnen neue Kunden anzulocken, wollen viele Computerbesitzer den Anschluss nicht verpassen. So ist es zumindest in den reichen Ländern der Erde.
 

6.2 Die Rechner sind ungerecht verteilt!
 
 

 
 

In der Regel gilt: Je ärmer ein Land ist, desto weniger Rechner sind dort ans Internet angeschlossen. Die armen Länder haben also kaum eine Chance, die modernen Entwicklungen mitzumachen. Statt dessen sind sie gezwungen, den Trend zu verschlafen. Wer besitzt in Afrika schon einen Computer? Was soll man mit einem Internetanschluss anfangen, wenn man sich sorgen muss, überhaupt satt zu werden und eine stabile Unterkunft zu haben, um nur einige der Probleme zu nennen. In ganz Afrika zum Beispiel gibt es nur 1,14 Millionen Internet-Nutzer. In Südamerika 4,6 Millionen, und auch der mittlere Osten ist durch die 780 000 Internet-Nutzer deutlich unterrepräsentiert.


 
 

 

7. Kritik am Internet

 

Neben der ungerechten Verteilung der an das Internet angeschlossenen Rechner ist das Internet auch sonst nicht in allen Bereichen eine idyllische, friedliche Spielwiese für Computerfreunde. Immer wieder wird es kritisiert. Die Wurzel der meisten Probleme ist die Organisation des Internets: Das Internet ist anarchisch. Die Gesetze, die zumindest für demokratische Staaten üblich sind, gelten nicht unbedingt auch im Internet. Niemand kann den Inhalt des Internets wirklich kontrollieren. Ein Beispiel dafür sind die Neonazis, die via Internet miteinander im Verborgenen geschützt kommunizieren und auf demselben Wege Propaganda betreiben. So sind zum Beispiel viele in Deutschland verbotene Symbole im Internet zu finden. Selbst "Mein Kampf" von Adolf Hitler ist über das Internet verfügbar. Versuche, solche Seiten zu verbieten, können in glücklichen Fällen gelingen. Doch bis so eine Seite erst einmal gefunden ist, dauert es eine Weile. Es muss schliesslich jemand diese Seite aufrufen und sie auch "verraten". Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) zum Beispiel hatte ihre Seiten durch zwei verschiedene Anbieter veröffentlicht, doch ihr wurde jedesmal gekündigt. Zur Zeit ist sie über einen dritten Anbieter vertreten. Und auch wenn diese Seite entlarvt worden ist, muss erst der Weg zum Herausgeber gefunden werden.

Schwieriger ist es, Kriminalität im Untergrund des Internets aufzudecken. Wer zum Beispiel Seiten, die Kinderpornographie enthalten, aufspüren möchte, wird nicht einfach das Stichwort in eine Suchmaschine eingeben können. Als ich die Kommunikation von Rechtsextremisten im Internet erforschte, gab ich versuchsweise "www.nazi.de" ein und erhielt eine Seite, die offensichtlich den Zugang zu Seiten mit Kinderpornografie ermöglichte. Die Adressen der kriminellen Seiten sind also manchmal völlig aus dem Zusammenhang mit dem Inhalt gerissen und deshalb schwer aufzuspüren. Auch können sich die Adressen dieser Seiten schnell ändern. Doch es ist besser, wenige dieser neuen Sorte von Kriminellen aufzuspüren als gar keinen. Auch in Deutschland gibt es Organisationen, die gezielt die Kriminalität im Internet bekämpfen. Auch die Polizei ermittelt im Internet.

Oft wird Sicherheit des Internets bezweifelt. In der Tat kann jemand geheime Daten abfangen, ohne deren Übermittlung der elektronische Einkauf, genannt "e-commerce", nicht möglich ist. Deutsche Verbraucherverbände forderten am 23. März 1999 einen besseren Schutz, also sind die Zweifel an der Sicherheit berechtigt.

Eine weitere Gefahr des neuen Massenmediums besteht in der Auswirkung auf den Nutzer. In Japan, so war vor einiger Zeit zu lesen, gebe es schon Jugendliche, die sich als internetsüchtig bezeichneten. Und selbst wenn dies übertrieben sein sollte, so steht jedenfalls fest, dass immer mehr Menschen immer mehr Zeit mit dem Computer, besonders mit dem Internet verbringen. Dieses hat sicherlich viele Ursachen, doch die in diesem Zusammenhang wichtigste ist folgende: Die Gesellschaft wird immer anonymer. Immer mehr Menschen haben Probleme, in der Gesellschaft zurecht zu kommen, und "unternehmen" lieber etwas mit dem Computer, denn der ist - im Gegensatz zu Menschen - berechenbar, kontrollierbar und bedarf deshalb keiner Fähigkeit im Umgang mit Menschen. Viele Menschen sind von der Realität enttäuscht, und statt für eine Verbesserung ihrer Situation zu kämpfen, flüchten sie sich vor den Computer, besonders gerne ins Internet.

Doch so interessant und aufregend das neue Massenmedium auch ist: Die Welt spielt sich nicht auf dem Bildschirm, sondern draussen ab. Die Sonne scheint nur draussen, die Natur duftet nur draussen, und Menschen gibt es auch nur draussen. Viele Computer- und Internetbesessene sehen über der augenblicklichen Freude des "Internetsurfens" die höheren Genüsse der Wirklichkeit nicht, oder scheuen deren Risiken. Meist erst nach langer Zeit erkennen sie, dass sie in einer Scheinwelt gelebt und ihre Lebenszeit verschwendet haben.

Ob Professor Licklider das geahnt oder gewollt hat, als er aufzählte, was nötig sei, um mit einem Computer kommunizieren zu können wie mit einem Kollegen, einem Menschen also?

Fest steht jedenfalls: Trotz der scheinbar unendlichen neuen Möglichkeiten sollte man das Internet nicht überschätzen.

Quelle: Internet-Nachrichten
 

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