Manche Sonnentänzer durchstechen sich die
Haut an Brust oder Rücken und führen mit Schnüren verbundene
Holzpflöcke hindurch. Die Schnüre werden an einen Baum gebunden,
um den die Tänzer vier Tage lang von Sonnenaufgang bis
Sonnenuntergang ohne Schatten, Nahrung und Wasser tanzen. Dies
findet in einzelnen Runden mit Pausen statt. Schliesslich lassen
sie sich mit dem ganzen Gewicht gegen die Seile hängen, bis die
Pflöcke aus der Haut reissen. Neben dieser Möglichkeit, gibt es
aufgrund unterschiedlicher Visionen der Tänzer auch andere Arten
zu "brechen". So werden auf verschiedenen Sonnentänzen die
Pflöcke durch Perde herausgezogen, der Tänzer zieht
Büffelschädel hinter sich her bis die Haut reisst, oder er wird
für eine bestimmte Zeit am Baum aufgehängt. Das Durchstechen der
Haut an Brust oder Rücken, wird "Piercing" genannt und wird
nicht bei allen Indianerstämmen durchgeführt.
Ziel des Sonnentanzes ist durch die
Torturen einen "todesähnlichen" Zustand zu erreichen. Während
dieses anderen/höheren Bewusstseinszustands können die
Tänzer/Tänzerinnen Visionen bekommen, die Antworten auf wichtige
Lebensfragen beinhalten oder auch neue Fragen aufwerfen können.
Während des Sonnentanzes werden
Heilungszeremonien durchgeführt, bei der auch die Zuschauer die
Möglichkeit haben, sich "bedoktern" zu lassen. Es wurden schon
von recht ungewöhnlichen Heilungserfolgen berichtet.
Durch Teilnahme an einem Sonnentanz
geht der Tänzer/Tänzerin das Versprechen ein, mindestens 4
Sonnentänze im Leben zu absolvieren.