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Benedikt
XVI

Mit Scharfsinn nach ganz oben
Eigentlich wollte sich Joseph Kardinal Ratzinger schon vor Jahren zur Ruhe setzen und in seiner oberbayerischen Heimat Bücher schreiben.
Wenige Tage nach seinem 78. Geburtstag gelangte er im April als Papst an die Spitze der katholischen Kirche. Es ist ein Amt auf Lebenszeit, der Ruhestand fällt aus für Benedikt XVI., wie er sich jetzt nennt.
1981 Ruf nach Rom
1981
nach nur vier Jahren auf dem Münchner Bischofsstuhl, kehrte Ratzinger Bayern den Rücken, um einer der wichtigsten Männer der katholischen Kirche zu werden. „München ist wichtig“, hatte damals Johannes Paul II. eingeräumt, aber hinzugefügt: „Die Weltkirche ist wichtiger.“ Man nannte ihn den „Wachhund des Papstes“, „Strippenzieher“ und „Chefideologe“.
Und gerne wurde betont, dass die kirchliche Behörde, der er vorstand, früher einen anderen Namen hatte: Heilige Inquisition. Als Präfekt der Glaubenkongregation war Ratzinger der oberste Glaubenswächter und galt als zweiter Mann im Vatikan. Als Dekan des Kardinalskollegiums leitete er jetzt das Konklave.
Einmal wöchentlich bei Johannes Paul
Er war engster Vertrauter von Johannes Paul II.. Einmal wöchentlich hatte Ratzinger einen Termin beim Heiligen Vater, dort sprachen beide – in deutscher Sprache – über die aktuellen Themen in der Kirche. Der Papst nahm die Worte des deutschen Kurienkardinals sehr ernst.
Geburt am Ostersamstag
Joseph Ratzinger wurde am Ostersamstag des Jahres 1927 im oberbayerischen Marktl am Inn geboren. Der einstige Kölner Kardinal Joseph Frings nahm den jungen Theologen als Berater mit zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Mit nur 35 Jahren galt er als „Konzils-Teenager“. Ratzinger machte nach seinem Theologiestudium eine steile wissenschaftliche Karriere: In den 60er-Jahren lehrte er an den Universitäten Münster, Tübingen und Regensburg. Als Hochschullehrer hatte er den Ruf eines fortschrittlichen und liberalen Theologen. Acht Ehrendoktortitel könnte er sich auf die Visitenkarte schreiben.
Seine brillanten Leistungen verhalfen dem Bayern zu einem für katholische Verhältnisse rasanten Aufstieg. Schon als 50-Jähriger erhielt der damalige Erzbischof von München-Freising 1977 den Kardinalspurpur. Nur ein Jahr später soll er bei der Wahl Karol Wojtylas zum Papst 1978 schon im Hintergrund die Strippen mitgezogen haben.
Früher Reformer, dann Hardliner
Nach dem Wechsel in den Vatikan wandelte sich sein Ruf ins Gegenteil. In seinen neuen Aufgabenbereich fiel auch der Umgang mit Theologen, die sich nicht an die offizielle Lehre der Kirche hielten: Hans Küng, Eugen Drewermann und Leonardo Boff sind seine prominentesten „Opfer“. Seine kompromisslose Haltung in kirchlichen und moralischen Fragen brachten ihm den Ruf ein, ein „scharfer Hund“ zu sein.
Weltweiten Wirbel löste das von ihm verantwortete Papier „Dominus Iesus“ aus, in dem die Vorrangstellung der katholischen Kirche vor anderen Religionen betont wird. Er war verantwortlich für den neuen „Katechismus der katholischen Kirche“, den er heute selbstkritisch als „unvollkommen“ bezeichnet: „Er könnte verbessert werden“. Genau wie bei der Bibel dürfe man nicht Wort für Wort als Dogma nehmen.
Abtreibung ist tabu
Ratzinger lehnte die Zulassung von Wiederverheirateten zur Kommunion ebenso entschieden ab wie das deutsche Abtreibungsrecht. Mit einem Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) kritisierte er, dass der Freistaat die katholischen Laieninitiativen zur Fortsetzung der Schwangerenberatung finanziell förderte. Dies brachte ihm harsche Reaktionen der deutschen Kirchenvertreter und der Politik ein.
Jetzt „milder und langsamer“
Heute räumt er ein, dass ihm bei seinen Äußerungen vielleicht hin und wieder das „bayerische Temperament“ durchgegangen ist. Inzwischen sei er „milder und langsamer“ geworden. „Es lässt einen nicht kalt, wenn man zum Buhmann gemacht wird“, gibt er zu. „Aber man kann nicht große Dinge betreiben, ohne dafür Prügel zu beziehen.“ Als er 1996 dem Papst die Bitte nach einer vierten Amtszeit nicht abschlagen konnte, betonte er, er wolle vor Ablauf der nächsten fünf Jahre in den Ruhestand gehen. Er würde das sonst psychisch und physisch nicht durchstehen. Vielleicht gibt ihm aber das Stehvermögen seines Vorgängers die Kraft für sein neues Amt als Pontifex maximus.

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Vollständige Liste: Sämtliche Päpste
42(???) – 67(???) Petrus, heiliger
67(??) – 76(??) Linus, heiliger
76(??) – 88(??) Anenkletos, heiliger
88(??) – 97(??) Clemens I., heiliger
2. Jahrhundert
97(??) – 105(?) Evaristus, heiliger
105(?) – 115(?) Alexander I., heiliger
115(?) – 125(?) Sixtus I., heiliger
125(?) – 136(?) Telesphorus, heiliger
136(?) – 140(?) Hyginus, heiliger
140(?) – 155(?) Pius I., heiliger
155(?) – 166(?) Anicetus, heiliger
166(?) – 175(?) Soter, heiliger
175(?) – 189(?) Eleutherus, heiliger
189(?) – 199(?) Viktor I., heiliger
3. Jahrhundert
199(?) – 217(?) Zephyrin, heiliger
217(?) – 222(?) Callistus I., heiliger
217(?) – 235 Gegenpapst Hippolyt, heiliger
222(?) – 230(?) Urban I., heiliger
230(?) – 235 Pontianus, heiliger
235 – 236 Anteros, heiliger
236 – 250 Fabian, heiliger
251 – 253 Cornelius
251 Gegenpapst Novatian
253 – 254 Lucius I., heiliger
254 – 257 Stephan I., heiliger
257 – 258 Sixtus II., heiliger
259 – 268 Dionysius, heiliger
269 – 274 Felix I., heiliger
275 – 283 Eutychianus, heiliger
283 – 296 Gaius, heiliger
4. Jahrhundert
296 – 304 Marcellinus
308 – 309 Marcellus I.
309 – 310 Eusebius, heiliger
311 – 314 Miltiades, heiliger
314 – 335 Silvester I., heiliger
336 Markus, heiliger
337 – 352 Julius I., heiliger
352 – 366 Liberius, heiliger
355 – 365 Gegenpapst Felix II.
366 – 384 Damasus I., heiliger
366 – 367 Gegenpapst Ursinus
384 – 399 Siricius, heiliger
399 – 401 Anastasius I., heiliger
5. Jahrhundert
401 – 417 Innozenz I., heiliger
417 – 418 Zosimus, heiliger
418 – 422 Bonifatius I., heiliger
418 – 419 Gegenpapst Eulalius
422 – 432 Coelestin I., heiliger
432 – 440 Sixtus III., heiliger
440 – 461 Leo I., heiliger
461 – 468 Hilarius, heiliger
468 – 483 Simplicius, heiliger
483 – 492 Felix II. (III.), heiliger
492 – 496 Gelasius I., heiliger
496 – 498 Anastasius II.
6. Jahrhundert
498 – 514 Symmachus, heiliger
498 und 501 – 505 Gegenpapst Laurentius
514 – 523 Hormisdas, heiliger
523 – 526 Johannes I., heiliger
526 – 530 Felix III. (IV.), heiliger
530 – 532 Bonifatius II.
530 Gegenpapst Dioskur
533 – 535 Johannes II.
535 – 536 Agapitus I., heiliger
536 – 537 Silverius, heiliger
537 – 555 Vigilius
556 – 561 Pelagius I.
561 – 574 Johannes III.
575 – 579 Benedictus I.
579 – 590 Pelagius II.
7. Jahrhundert
590 – 604 Gregor I. („der Große“), heiliger
604 – 606 Sabinian
607 Bonifaz III.
608 – 615 Bonifaz IV.
615 – 618 Deusdedit
619 – 625 Bonifaz V.
625 – 638 Honorius I.
640 Severinus
640 – 642 Johannes IV.
642 – 649 Theodor I.
649 – 655 Martin I., heiliger
654 – 657 Eugen I., heiliger
657 – 672 Vitalian, heiliger
672 – 676 Adeodatus
676 – 678 Donus
678 – 681 Agatho, heiliger
682 – 683 Leo II., heiliger
684 – 685 Benedikt II., heiliger
685 – 686 Johannes V.
686 – 687 Konon
687 Gegenpapst Theodor
687 – 692 (?) Gegenpapst Paschalis
8. Jahrhundert
687 – 701 Sergius I., heiliger
701 – 705 Johannes VI.
705 – 707 Johannes VII.
708 Sisinnius
708 – 715 Konstantin I.
715 – 731 Gregor II., heiliger
731 – 741 Gregor III., heiliger
741 – 752 Zacharias, heiliger
752 – 757 Stephan II.
757 – 767 Paul I., heiliger
767 – 768 Gegenpapst Konstantin II.
768 Gegenpapst Philipp
768 – 772 Stephan III. (IV.)
772 – 795 Hadrian I.
9. Jahrhundert
795 – 816 Leo III., heiliger
816 – 817 Stephan IV. (V.)
817 – 824 Paschalis I., heiliger
824 – 827 Eugen II.
827 Valentin
827 – 844 Gregor IV.
844 Gegenpapst Johannes
844 – 847 Sergius II.
847 – 855 Leo IV., heiliger
855 – 858 Benedikt III.
855 Gegenpapst Anastasius
858 – 867 Nicolaus I., heiliger
867 – 872 Hadrian II.
872 – 882 Johannes VIII.
882 – 884 Marinus I.
884 – 885 Hadrian III.
885 – 891 Stephan V. (VI.), heiliger
891 – 896 Formosus
896 Bonifatius VI.
896 – 897 Stephan VI. (VII.)
897 Romanus
897 Theodor II.
10. Jahrhundert
898 – 900 Johannes IX.
900 – 903 Benedikt IV.
903 Leo V.
903 – 904 Gegenpapst Christophorus
904 – 911 Sergius III.
911 – 913 Anastasius III.
913 – 914 Lando
914 – 928 Johannes X.
928 Leo VI.
928 – 931 Stephan VII. (VIII.)
931 – 935 Johannes XI.
936 – 939 Leo VII.
939 – 942 Stephan VIII. (IX.)
942 – 946 Marinus II.
946 – 955 Agapetus II.
955 – 964 Johannes XII.
963 – 965 Leo VIII.
964 – 966 Benedikt V.
966 – 972 Johannes VIII.
973 – 974 Benedikt VI.
974 Gegenpapst Bonifatius VII.
974 – 983 Benedikt VII.
983 – 984 Johannes XIV.
984 – 985 Bonifatius VII.
985 – 996 Johannes XV.
996 – 999 Gregor V.
997 – 998 Gegenpapst Johannes XVI.
11. Jahrhundert
999 – 1003 Silvester II.
1003 Johannes XVII.
1004 – 1009 Johannes XVIII.
1009 – 1012 Sergius IV.
1012 – 1024 Benedikt VIII., heiliger
1012 Gegenpapst Gregor VI.
1024 – 1032 Johannes XIX.
1032 – 1044 Benedikt IX.
1045 Silvester III.
1045 Benedikt IX. – zum zweiten Mal
1045 – 1046 Gregor VI.
1046 – 1047 Clemens II.
1047 – 1048 Benedikt IX. – zum dritten Mal
1048 Damasus II.
1049 – 1054 Leo IX., heiliger
1055 – 1057 Victor II.
1057 – 1058 Stephanus IX. (X.)
1058 – 1059 Gegenpapst Benedikt X.
1059 – 1061 Nikolaus II.
1061 – 1073 Alexander II.
1061 – 1072 Gegenpapst Honorius II.
1073 – 1085 Gregor VII., heiliger
1080 – 1100 Gegenpapst Clemens III.
1086 – 1087 Victor III., seliger
1088 – 1099 Urbanus II., seliger
12. Jahrhundert
1099 – 1118 Paschalis II.
1100 Gegenpapst Theodorich
1102 Gegenpapst Albert
1105 – 1111 Gegenpapst Silvester IV.
1118 – 1119 Gelasius II.
1118 – 1121 Gegenpapst Gregor VIII.
1119 – 1124 Calixtus II.
1124 – 1130 Honorius II.
1124 Gegenpapst Cölestin II.
1130 – 1143 Innozenz II.
1130 – 1138 Gegenpapst Anaklet II.
1138 Gegenpapst Viktor IV.
1143 – 1144 Cölestin II.
1144 – 1145 Lucius II.
1145 – 1153 Eugen III., seliger
1153 – 1154 Anastasius IV.
1154 – 1159 Hadrian IV.
1159 – 1181 Alexander III.
1159 – 1164 Gegenpapst Viktor IV.
1164 – 1168 Gegenpapst Paschalis III.
1168 – 1178 Gegenpapst Calixtus III.
1179 – 1180 Gegenpapst Inozenz III.
1181 – 1185 Lucius III.
1185 – 1187 Urban III.
1187 Gregor VIII.
1187 – 1191 Clemens III.
1191 – 1198 Cölestin III.
13. Jahrhundert
1198 – 1216 Innozenz III.
1216 – 1227 Honorius III.
1227 – 1241 Gregor IX.
1241 Cölestin IV.
1243 – 1254 Innozenz IV.
1254 – 1261 Alexander IV.
1261 – 1264 Urban IV.
1265 – 1268 Clemens IV.
1271 – 1276 Gregor X., seliger
1276 Innocentius V., seliger
1276 Hadrian V.
1276 – 1277 Johannes XXI.
1277 – 1280 Nikolaus III.
1281 – 1285 Martinus IV.
1285 – 1287 Honorius IV.
1288 – 1292 Nikolaus IV.
1294 Cölestin V., heiliger
14. Jahrhundert
1294 – 1303 Bonifatius VIII.
1303 – 1304 Benedikt XI.
1305 – 1314 Clemens V.
1316 – 1334 Johannes XXII.
1328 – 1330 Gegenpapst Nikolaus V.
1334 – 1342 Benedikt XII.
1342 – 1352 Clemens VI.
1352 – 1362 Innozenz VI.
1362 – 1370 Urban V., seliger
1370 – 1378 Gregor XI.
1378 – 1389 Urban VI.
1378 – 1394 Gegenpapst Clemens VII.
15. Jahrhundert
1389 – 1404 Bonifatius IX.
1394 – 1423 Gegenpapst Benedikt XIII.
1404 – 1406 Innozenz VII.
1406 – 1415 Gregor XII.
1409 – 1410 Gegenpapst Alexander V.
1410 – 1415 Gegenpapst Johannes XXIII.
1417 – 1431 Martin V.
1431 – 1447 Eugen IV.
1440 – 1449 Gegenpapst Felix V.
1447 – 1455 Nikolaus V.
1455 – 1458 Calixtus III.
1458 – 1464 Pius II.
1464 – 1471 Paul II.
1471 – 1484 Sixtus IV.
1484 – 1492 Innozenz VIII.
16. Jahrhundert
1492 – 1503 Alexander VI.
1503 Pius III.
1503 – 1513 Julius II.
1513 – 1521 Leo X.
1522 – 1523 Hadrian VI.
1523 – 1534 Clemens VII.
1534 – 1549 Paul III.
1550 – 1555 Julius III.
1555 Marcellus II.
1555 – 1559 Paul IV.
1559 – 1565 Pius IV.
1566 – 1572 Pius V., heiliger
1572 – 1585 Gregor XIII.
1585 – 1590 Sixtus V.
1590 Urban VII.
1590 – 1591 Gregor XIV.
1591 Innozenz IX.
17. Jahrhundert
1592 – 1605 Clemens VIII.
1605 Leo XI.
1605 – 1621 Paul V.
1621 – 1623 Gregor XV.
1623 – 1644 Urban VIII.
1644 – 1655 Innozenz X.
1655 – 1667 Alexander VII.
1667 – 1669 Clemens IX.
1670 – 1676 Clemens X.
1676 – 1689 Innozenz XI., seliger
1689 – 1691 Alexander VIII.
18. Jahrhundert
1691 – 1700 Innozenz XIII.
1700 – 1721 Clemens XI.
1721 – 1724 Innozenz XIII.
1724 – 1730 Benedikt XIII.
1730 – 1740 Clemens XII.
1740 – 1758 Benedikt XIV.
1758 – 1769 Clemens XIII.
1769 – 1774 Clemens XIV.
1775 – 1799 Pius VI.
19. Jahrhundert
1800 – 1823 Pius VII.
1823 – 1829 Leo XII.
1829 – 1830 Pius VIII.
1831 – 1846 Gregor XVI.
1846 – 1878 Pius IX.
20. Jahrhundert
1878 – 1903 Leo XIII.
1903 – 1914 Pius X., heiliger
1914 – 1922 Benedikt XV.
1922 – 1939 Pius XI.
1939 – 1958 Pius XII.
1958 – 1963 Johannes XXIII.
1963 – 1978 Paul VI.
1978 Johannes Paul I.
21. Jahrhundert
1978 – 2005 Johannes Paul II.
Seit 2005 Benedikt XVI.

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